Running Voice
Moderation & Triathlon

Mein Trainingslager auf Lanzarote 2019

Kapitel 1: Von Flugabstürzen bis lachende alte Damen.

Es geht also endlich los. Mein Trainingslager 2019. Alleine starte ich die Reise auf die kanarische Insel Lanzarote. Viele sind schon dort, auch meine Freundin und viele Profi - Triathleten. Was erwartet mich nun? Wie wird mein Körper bei den Temperaturen sich verhalten? Alles Fragen, die ja auch irgendwie dazu gehören.

Es ist Mittwoch in der Früh. 07:45 und dieser dumme Wecker klingelt. Halt stop. Es geht in die Sonne. Endlich ist er da. Der 13. März 2019. Mein erstes Trainingslager in der Sonne Lanzarotes. Die letzten Tage waren aber mehr als einfach. Ich mache mir ja generell schon immer viele Gedanken, aber jetzt gab es ein Flugzeugabsturz. Soweit ja eigentlich nicht schlimm. Also schlimm klar, aber es hat mich in positiver Hinsicht nicht getroffen. Jedoch war das abgestürzte Flugzeug, ein Flugzeug der gleichen Bauart wie meins. Die Gedanken flogen nur so in meinem Kopf hin und her. Bis jetzt sind sie immer noch da und ich sitze gerade in 10.500m Höhe in nem Flugzeug. Zum Glück aber jetzt eine andere Bauart. 

Wäre eine Sorge nicht genug, stürmte es in den letzten Tagen wie bekloppt bei uns. Auf der Arbeit ne Sonderschicht gemacht, weil das Windchaos ja den gesamten Kreis bei uns interessiert. Und jetzt soll ich bei diesem Orkan in ein Flugzeug steigen? Bis zum Start für mich echt ne Herausforderung. Aber jetzt hier über den Wolken geht es total. Ich hab mich von Anfang an mit meiner Sitznachbarin, einer älteren Dame, super verstanden. Der Platz zwischen uns war frei, also hat sich ihre Freundin direkt zu uns gesellt. Die Beiden reisen mit der Arbeiter-Wohlfahrt nach Lanzarote. Auch mal geil, weil meine Mama auch für die AWO arbeitet.

Starten wir aber mal wieder bei heute Morgen. Versuch Nummer Zwei. Also der Wecker klingelt, bla bla bla. Hatten wir gerade schon. So, Koffer hab ich dann auch zu bekommen und es ging Richtung Düsseldorf zum Flughafen. Blick aus dem Fenster. Autsch, der Wind ist hart. Die Bäume biegen sich schon ganz gut. Naja nützt ja nichts. Also ab ins Auto und los. Und was passiert wenn man nen Termin hat? Richtig! Stau!. Naja halb so wild, hab ich Fuchs ja mit gerechnet. Pünktlich in Düsseldorf angekommen kam dann die nächste Herausforderung: Den großen Radkoffer zur Gepäckabgabe bringen. Natürlich gucken alle einen wie sonst was an. Sieht man ja schließlich auch nicht täglich so nen Koffer. Nach dem Cappuccino und na Cola ging es dann zur Gepäckaufgabe. Hier kippte jetzt auch noch nen älterer Herr um. Ai Ai Ai. Hier ist was los. Dann bin ich nach einer Stunde warten auch endlich dran. Koffer drauf, aber was ist jetzt mit dem Radkoffer? Ja, den darf ich zum Sondergepäck - Schalter bringen. Wo der ist? Keine Ahnung. Hab ihn dann doch ganz schnell gefunden und es ging endlich zum Gate. Sicherheitskontrolle bestanden und endlich die Musik wieder auf den Ohren. Denn bis eben hatte Papa mich ja begleitet. Als wir dann endlich im Flugzeug saßen, dauerte es ewig, denn manche Passagiere kamen einfach viel zu spät. Planmäßiger Abflug war 13:10 Uhr. Abflug ungefähr 30 Minuten später. Alles noch im Rahmen. Den Start dann auch ganz locker überstanden und jetzt sitze ich hier: 10.500m über der Erde. Wolken unter mir, die beiden älteren Damen lachend neben mir. Ich mein Laptop und ne kleine Flasche Cola auf großen Reisen.

Ich schließe meinen Laptop jetzt mal wieder und berichte wenn ich vor Ort bin und hoffentlich dann auch schnell im Hotel. Denn es ist das geilste Sport-Hotel der Welt. Der Club la Santa. Triathlon Hotel Nummer 1. 

Euer Janik


Kapitel 2: Ist das jetzt schon nen Orkan?

So endlich mal Zeit den Laptop wieder aufzuklappen. Ich bin jetzt schon 28 Stunden hier im Club la Santa. Einiges also zu erzählen. Und ich kann euch eins sagen: Es ist der Hammer. Zunächst war ich skeptisch, denn das Trainingslager startete hier auf Lanzarote echt nicht gut.

Ich hatte gerade endlich meinen Radkoffer vom Fließband genommen und bin raus gegangen, da ging es auch schon los. Gerade aus dem Sicherheitsbereich raus, stand da schon jemand mit nem Schild und der Aufschrift meines Reiseveranstalters. Und plötzlich sagt der mir, ich könne mitfahren, aber mein Radkoffer müsse hier bleiben. Bitte was? Ich soll mein Rad jetzt hier lassen? Ja ich hätte den Transfer nicht gebucht. Der ist nur für Personen ohne Sondergepäck. Naja, kurzerhand improvisiert und nen Taxi genommen. Zack 50 Euro los. So jetzt aber endlich im Club la Santa. Eingecheckt und auch den Weg zu meinem Zimmer erklären lassen. Mh, vielleicht hätte ich mir das Ganze zweimal erklären lassen sollen. Janik mit Koffer und auch Radkoffer irrt durch das ganze Hotel auf der Suche nach seinem Zimmer. 20 Minuten später hab ich es dann aber auch endlich gefunden gehabt und konnte danach direkt zum „Sports Booking“, denn da muss ich mir die App für alle Aktivitäten hier aktivieren lassen. Gesagt und getan und dann auch direkt weiter zum Essen. Nach dem das alles hinter mir war, konnte ich endlich mal in Ruhe mein Zimmer einräumen. Mehr war dann auch nicht mehr drin und es ging recht zügig ins Land der Träume.

Neuer Tag neues Glück. 06:30 Uhr klingelt dann auch schon pünktlich der Wecker. Vorteil für mich: Lanzarote ist eine Stunde hinter deutscher Zeit, also eine Stunde länger schlafen. Naja, ausgeschlafen war ich trotzdem nicht. Aber was soll’s. Schwimmtasche gepackt und auf zu einen der drei 50m Sportbecken. Kaum hab ich die Zimmertür aufgemacht, merkte ich wie kalt das Ganze hier ist. Leute ich kann euch sagen: Ohne Sonne ist das hier auf Lanzarote echt verdammt kalt. Also wieder umgedreht und ne Jacke drüber geschmissen. Dann aber endlich auf zum Pool und der war auch schon verdammt voll. Als ich so in das Becken guckte merkte ich recht zügig: Autsch, die sind alle verdammt schnell. Ich nehme schon was vorweg: Ich habe mich in meinem Leben noch nie so schlecht in etwas gefühlt. So zurück zum Schwimmen. Tasche auf die Tribüne gelegt, das Hilfsmittel gegen Frost angezogen. Den Neopren-Anzug. Ja den hatte ich an, denn jeder Millimeter über Wasser mit irgendeinem Körperteil führte zu abfrieren des besagten Körperteils. Die Einheit bestand heute darin, einen 200m Test zu schwimmen und auch einen 800 m Test. Ich bin noch nie so schnell geschwommen. Problem: Das hat sich so langsam angefühlt, weil die Nebenbahnen so dermaßen schnell immer an mir vorbei gehuscht sind. Das war schon nicht mehr schön. Naja schwimmen überlebt. 2900m auf der Uhr, also raus und duschen, denn ich hab Hunger und will zum Frühstück. Gesagt, getan und danach noch ein wenig hier im Hotel Shoppen gewesen. Das Hotel hat richtig coole Klamotten, die ich auch einfach mal anhaben will. Also nen T-Shirt und nen Hoddie gekauft.

So nun aber weiter mit dem Training. Nachdem ich mein Rad dann auch endlich fertig eingestellt hatte, habe ich mich auf den Weg zu meiner Freundin gemacht. Die ist auch im Trainingslager, aber genau auf der anderen Seite der Insel. Fazit für mich: Gegebenheiten der Insel kennenlernen und den besagten Wind testen. Angst hatte ich ja schon etwas, denn mein Rad ist jetzt nicht das Wind - Unanfälligste. Die ersten Kilometer ging das echt gut. 30 Minuten brauchte ich dann aber schon, bis man den Dreh ein wenig raus hat. Im Insel - Inneren geht das mit dem Wind sogar. Klar ist der auch heftiger als woanders, aber ich kann mich auf dem Rad halten. Schöne, kleine Ortschaften hab ich dann auch kennenlernen dürfen. Wer auf Lanzarote ist, muss unbedingt mal durch Tao fahren. Nen richtig kleines Dörfchen. So dann ging es jetzt aber weiter Richtung Freundin. Und plötzlich war ich über einen Berg drüber und konnte das Meer sehen. Der einzige Nachteil: Jetzt kam der Wind. Und ich weiß nicht, ob das ein Orkan, Hurricane oder sonst was war. Auf jedenfalls war es für mich eine Nah-Tod Erfahrung. Ich musste ja schließlich den Berg runter, denn unten ist der Zielort. Hand an der Bremse und möglichst klein gemacht. Hat nicht ganz so viel geholfen. Meine Augen waren nur noch am Tränen wegen des Windes und ich wollte eigentlich nur noch vom Rad runter. Aber aufgeben gibt es nicht. Durchgezogen und endlich da. Vor Ort haben wir dann nen Eis gegessen und uns nach mehreren Tagen endlich wieder gesehen. Auf dem Rückweg hab ich dann einfach nur alles genossen. Fotos gemacht. Angehalten mal zwischendurch und auch 5 km mit dem Triathlon-Profi Patrik Nilsson geradelt. 

Dann aber auch endlich wieder im Hotel und der Coach sagte, ich soll noch ein wenig die Beine auslaufen. Also: Laufschuhe an und ein wenig Laufschule und drei Steigerungsläufe. Danach dann endlich duschen und mal wieder zum heißbeliebten Buffet. Da dann auch ordentlich die Wampe vollgeschlagen. Zurück auf dem Zimmer hieß es dann die morgige Radtour zu planen. Und was soll ich sagen. Landschaftlich wird es morgen der Hammer. 70 Kilometer mit Stopps bei nem berühmten Café und dem Nationalpark Lanzarotes. Ich bin gespannt. 

Nach der Planung habe ich mir dann eben noch die Beine ein bisschen vertreten und mir ne Coke an der Sportsbar getrunken. Jetzt sitz ich hier auf meiner Couch und erzähle euch wie toll das alles hier ist. Aber wisst ihr was kacke ist? Das ich alleine gereist bin. Alleine ist das nämliche echt öde. Die Phasen zwischen den Einheiten sind teilweise echt langweilig und man wünscht sich einfach wen zum Reden. Nächstes Jahr dann mit Trainingspartner oder hoffentlich mit der sportlichen Freundin / Trainingspartner hier hin.

Ich werd mich jetzt aber mal ins Bett legen, denn ich bin echt platt und muss ja morgen früh wieder raus. In diesem Sinne: Trainiert fleißig und macht’s gut.

Euer Janik.


Kapitel 3: Warm. Wärmer. Lava-Wüste!

Tag 3 hier im Paradies. Mittlerweile hab ich mich hier an alles gewöhnt. Die Wärme, das Englisch sprechen, die Meeresluft. Aber was ich dann heute auf meiner Radtour erlebt habe, war schon extrem. Aber fangen wir vorne an.

Da ich ja heute nur zwei Einheiten auf dem Plan hatte,… An dieser Stelle nochmal danke Coach,… Durfte ich ne Stunde später aufstehen. Also die erste Einheit nicht um 07:00 Uhr, sondern erst um 08:00 Uhr. Natürlich war es wieder eine Swim-Session. Diesmal aber nur 2400m. Also ab in die Badebuxe, Blick aus dem Fenster ob es warm aussieht und los. Zur Sicherheit nochmal den Neo im Gepäck. Am Pool angekommen war ich etwas erschrocken wie leer das Wasser war. Anscheinend alle schon fertig. Mehr Platz für mich. Mir wurde jetzt auch recht schnell klar, dass der Neo vollkommen über ist. Aufgewärmtes Wasser und ne drückende Sonne. Also Badekappe auf, Brille gerichtet und der Sprung ins angenehme Nass. Los gepaddelt und nach gut 45 Minuten schon fertig gewesen. Und was ist das tollste nach dem morgendlichen Schwimmen? Richtig! Das Frühstück - Buffet. Oh man hab ich wieder reingehauen. Danach hieß es dann ein wenig ausruhen und um 12.00 Uhr rauf aufs Rad. 70 Kilometer standen auf dem Plan. Angemacht waren das berühmte Café „Johnnies Bakies“, der Nationalpark und dann wieder zurück zum Club la Santa. Fix eingecremt, Reifendruck geprüft und Flaschen gefüllt. Loooooos gehts! 

Raus aus dem Hotel und rauf auf die Straße. Wind? Ist in Ordnung. Erste Richtung. Strand Famara. Was für eine geile Strecke. Keine Häuser und kaum Autos. Man konnte richtig schön fahren, ohne das einer einen nervt. Am Strand angekommen, war es dann etwas uncool. Erst hab ich mich im leicht hohen Sand auf der Straße lang gelegt und kurze Zeit später mit voller Geschwindigkeit ein Schlagloch mitgenommen. Hatte schon Angst, dass an meinem Rad was kaputt ist. Bisher habe ich zum Glück noch nichts gemerkt. Angehalten hab ich dann trotzdem kurz und dann ging es auch schon weiter. Kurze Zeit später war ich dann voll im Flow. Berg hoch und runter liefen richtig flüssig und plötzlich höre ich wen „ Jaaaaaaanik“ rufen. Ich drehe mich um und wen sehe ich da? Meine Freundin. Habe sie gerade mit ihrem Trainer auf dem Rad überholt. Was ein witziger Zufall. Da die Beiden den gleichen Weg Richtung Café fahren, habe ich die letzten Kilometer bis dorthin mit den Zwei verbracht. Endlich angekommen beim Café und was dann? Das Ding hat zu. Kaum zu glauben. Aber was soll man machen. Also wieder zurück und Richtung Nationalpark. Nach gut 30 Minuten fing es irgendwie an warm zu werden, bzw. eher richtig heiß zu werden. Grund dafür: Ich befand mich in der Lava-Wüste. Und halleluja war das anstrengend. Zwischenzeitlich musste ich einfach Pausen machen und die Landschaften genießen. Bis zum Nationalpark und auch noch durch ihn durch, zog sich die Wüste. Vorbei an Kamelen, Geckos und anderen südländischen Tieren, ging es dann über den Ort Tinajo zurück zum Hotel. Die Beine waren schon ganz schön schwer. Aber: Ich hab den Trainingstag geschafft. Jetzt noch fix im Pool die Beine abkühlen und entspannen. Nen paar Fotos hab ich noch gemacht und dann gegessen. Jetzt sitze ich seit zwei Stunden wieder hier im Hotelzimmer und werde aber jetzt noch en Cola in der Sportsbar trinken gehen. In diesem Sinne der Tipp des Tages: Lava ist heiß!

Euer Janik


Kapitel 4: Zähle ich jetzt schon als Touri?

Achja, der nächste Tag hier in der knallenden Sonne. Aber heute stand ausnahmsweise mal etwas Tourismus auf dem Plan. Ruhetag und ein volles Programm mit meiner Freundin, um die Insel zu erkunden. Ich bin gespannt.

Gestartet hat es dann heute morgen mit nem Mietwagen und dem Abholen von Svenja aus ihrem Hotel. Von da aus war dann das erste Ausflugsziel eine Höhle in der Albino-Krebse leben. Das waren irgendwelche Wasserhöhlen. Ich pack euch einfach mal nen Bild mit rein. Gezahlt haben wir 8 Euro Eintritt für zwei Wasserbecken. Etwas teuer aber naja, wir haben es mal gesehen.

Also wieder ab ins Auto und auf gehts zum höchsten Punkt der Insel. Kleine Vorgeschichte. Die Strecke, die wir jetzt mit dem Auto fahren, fährt Svenja morgen mit dem Rad. Ob sie Angst hat? Aber sowas von. Die Strecke da hoch war schon krass steil,  aber der Ausblick dafür unbeschreiblich. Eine enorme Klippe und ein Blick bis rüber zur nächsten kleinen Insel. Phänomenal.

Danach ging es dann zu meinem Hotel und dort erstmal was essen und einmal alles der Freundin zeigen. So nen bisschen will man ja damit prahlen in was für einer Umgebung man trainiert.

Nach na Stunde ging es dann aber schon wieder ins Leihauto und zum Nationalpark. Auch hier mussten wir wieder acht Euro Eintritt zahlen. Aber hier hatten wir wirklich was für unser Geld. Erstmal musste man selbst mit dem Auto knapp zwei Kilometer auf einen Aussichtspunkt fahren. Alleine von da war der Blick auch atemberaubend. Eine unendlich weite Lava-Wüste, Sand- und Gesteinsberge und Meer. Oben angekommen durften wir dann sogar sehen wie heiß es im inneren ist, denn die Jungs vor Ort haben Stroh in ein Loch gehalten. Und das Stroh fing direkt Feuer. Danach schüttet sie noch Wasser in zehn Meter Tiefe Löcher. Und das Wasser kam wie ein Strahl wieder heraus. Aber jetzt kam das eigentlich Highlight. Eine Bus-Tour durch die Vulkankrater. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Mir stockte der Atem als ich erstmal erkannt habe, wie kräftig die Natur ist. Vor allem wie schnell sie alles vernichten kann. Einfach WOW.

Nach der Tour ging es dann wieder zum Auto und nochmal nen kleinen Abstecher zu einem schönen Strand, bis es dann wieder zu Svenja’s Hotel ging. Da dann noch kurz mit den anderen gesprochen und den Heimweg angetreten. Ein schöner Tag als Tourist.

Jetzt hock ich hier wieder auf der Couch im Hotelzimmer, hab schon die Pizza im Bauch und werde gleich schlafen gehen, denn ich hab mir was einreden lassen. Nachdem wir lange über die Radtour von Svenja gesprochen haben, hab ich irgendwann gesagt: Okay ich fahre mit. Das Problem dabei ist, dass ich ja auch 30 Kilometer hin und 30 Kilometer zurück fahren muss. Heißt: Morgen gibt es ne 120 Kilometer Tour. Manchmal sind meine Ideen nicht gut.

Naja in diesem Sinne wieder der Tipp des Tages: Leg dich nicht mit Mutter Natur an.

Gute Nacht und bis morgen!

Euer Janik


Kapitel 5: Oh man, ich habe keine Kraft mehr zum Blog schreiben!

Ja was soll ich sagen? Jetzt muss ich echt zwei Tage zusammenfassen. Ich hatte nach dem anstrengenden Tag gestern einfach keine Kraft mehr, um mich noch an meinen Laptop zu setzen. Aber alles der Reihe nach.

Nachdem ich ja überredet wurde auf den großen Berg mit dem Rad mit zu fahren, musste ich ja in der Früh los fahren, um passend um 10:15 Uhr bei der Radgruppe an der Costa Teguise zu sein. Also Sonnencreme drauf und ab gehts. Schnell musste ich aber merken, dass es heute verdammt windig ist. Naja wird in den Bergen schon nicht so schlimm sein. Eine Stunde später war ich dann auch endlich da und konnte noch ein wenig relaxen. Und dann ging es los. Ein angenehm langsames Tempo, um den Wind zu trotzen, aber als wir dann plötzlich neben einem offenen Feld und dem Meer waren, meinte der Wind uns das Leben zur Hölle zu machen. Durch mein Triathlon-Rad bin ich natürlich sehr windanfällig und musste hart kämpfen. Viel schlimmer hat es aber meine Freundin erwischt. Sie ist Rad-Anfängerin und musste so bei Kilometer 20 umdrehen. Ich bin dann mit ihr zurück und habe dann auf den Rest des Weges die 100 Kilometer voll gemacht. Am Ende etwas druckvoller und schneller,  aber alles noch im Rahmen. Es ging erstaunlich gut. Die Beine habe ich dann am Ende echt ordentlich gemerkt. Aber auf dem Plan stand ein direkter Koppellauf von 4 Kilometern. 

Also ging es direkt in die Laufschuhe und ab auf die schöne blaue Tartanbahn. Und was sehen meine Augen da, Lucy Charles trainiert gerade auch. Die Profitriathletin, die so manches eindrucksvolle Rennen letztes Jahr abgeliefert hat. Für mich eine enorme Motivation. Sie trainierte mit ihrem Mann und Trainer Reece Barkley und das war der Hammer. Für mich hieß es 2 Kilometer ein und dann 3 x 400 Meter etwas zügiger. Durchgezogen und danach noch ne gute halbe Stunde auf die Blackroll. 

Aber das Ganze endete nicht. War anscheinend ein Glückstag. Denn als ich zum Essen ging, saß auf einmal Camilla Pedersen neben mir. Ebenfalls Profi-Triathleten aus Dänemark. Mit ihr habe ich mich dann sogar kurz unterhalten und nen kleines Bild gemacht. So jetzt aber fertig mit dem Tag.

Neuer Tag, neues Glück. Und jetzt sind wir auch am heutigen Tag. Heute Morgen stand ein kleiner Wettkampf an. Die Trainer hier organisieren viele Aktivitäten und eine davon war heute morgen ein Duathlon. Knapp 30 Teilnehmer waren am Start, unter anderem ein Englischer Laufprofi. Hatte ja schon nen bisschen Schiss aber mal schauen. Dann ging es auch schon los und ich konnte die 2,5 Kilometer lange Strecke mit dem Laufprofi mithalten. Dann ab aufs Rad und 12 Kilometer entlang der Lagune ballern. Hier konnte ich mir dann einen kleinen Vorsprung von knapp 600 Metern heraus fahren. Dann ging es vom Rad runter und zunächst reagierte die Zeitmessmatte bei mir nicht. Also nochmal drüber und ein paar Sekunden verschenkt. Schnell merkte ich dann aber, dass der Profi aus England immer näher kam. Meine Beine brannten aufgrund der Vorbelastung auf dem Rad von gestern. Nach ungefähr 1,5 Kilometern hatte er mich dann auch eingeholt und wir liefen ein paar Meter zusammen. Dann ging bei mir aber nichts mehr und er konnte den letzten Kilometer davon ziehen. Also für mich „nur“ Platz zwei. Trotzdem bin ich damit mehr als zufrieden, denn es lief richtig richtig gut. Nach uns beiden kam nämlich fünf Minuten erstmal niemand. Es war für uns quasi ein einsames Rennen. Das Gute an dem Ganzen: Ich war schnell genug fertig, dass es noch was am Frühstücks-Buffet gab. Danach war dann aber Ende und ich musste mich erstmal zwei Stunden hinlegen.

Frisch ausgeruht ging es dann zur nächsten Einheit. Schwimmen stand aufn dem Plan. Locker ein wenig die Beine ausschwimmen. 2500 Meter waren es am Ende und ich fühle mich seit dem echt gut. Jetzt habe ich mich an den so genannten „Plaza“ gesetzt und habe noch ein wenig an meiner Projektarbeit weiter gearbeitet. Jetzt heißt es noch ein wenig ausruhen. Gleich zum Abendessen und dann noch ein wenig lernen.

Morgen geht es dann ein letztes Mal ins Training bevor es am Mittwoch wieder nach Hause geht.

Ich hol mir jetzt erstmal noch ne Cola und dann gehts auf zum Essen.

In diesem Sinne wieder der Tipp des Tages: Lege dich nie mit einem Englischen Laufprofi an.

Euer Janik.